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  des Hermann-Hesse-Chorverbands
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Zur Geschichte des Hermann-Hesse-Chorverbands

Die zeitlichen Eckdaten

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1884 Gründung im Jahre mit acht Vereinen mit der Namensgebung "Westlicher Gäusängerbund"

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1929 Aufnahme in den Schwäbischen Sängerbund als "Westgau"

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1990 Umbenennung in "Hermann-Hesse-Gau"

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2009 Umbenennung in "Hermann-Hesse-Chorverband"

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Aus ersichtlichen Gründen ruhte die Vereinsarbeit in den Jahren 1915 bis 1920 und 1935 bis 1949

Die Vorsitzenden des Chorverbands waren

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1884-1895  Schultheiß Ziegler, Gechingen

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1895-1899  Schullehrer Weik, Möttlingen

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1899-1900  Schullehrer Frey, Deckenpfronn

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1900-1908  Schullehrer Bickel, Stammheim

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1908-1914  Schullehrer Letsch, Stammheim

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1914-1926  Kaufmann Wieland, Merklingen

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1927-1934  Schultheiß Fischer, Simmozheim

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1950-1957  Bürgermeister Gaiser, Simmozheim

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1958-1978  Bürgermeister Kull, Stammheim

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1978-2005  Bürgermeister Gerhard Schanz, Althengstett

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2005-heute Musikschulleiter Dieter Haag

Die Chormeister

Einen "Gaudirigenten" gibt es erstmals in den Westgaustatuten vom 7. Mai 1922.

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1922-1925  Schullehrer Baier

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1925-1934  Hauptlehrer Gottlieb Maier

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1950-1954  Albert Gommel

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1953-1957  Reinhold Schäffer

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1976-1978  Hans Öfinger

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1978-2002  Hartmut Benzing

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2002-2004  Patrick Pobeschin

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2004-2006 Gisela Gräf und Hartmut Benzing

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2006-heute Gisela Gräf

Hartmut Benzing ist Ehrenchormeister

Chronik

125 Jahre Hermann-Hesse-Chorverband

1884

Am 24. Mai 1884 gründen die acht Gesangvereine aus Gechingen, Aidlingen, Dachtel, Deckenpfronn, Deufringen, Gültlingen, Ostelsheim und Stammheim in der „Krone“ in Gechingen einen Gau-Sängerbund. Am 1. Juni 1884 treten die Gesangvereine aus Althengstett, Simmozheim und Möttlingen diesem Sängerbund bei. Da alle Vereine im westlichen Teil des Gäus beheimatet sind, gibt man sich ganz einfach den Namen „Westlicher Gäusängerbund“.

1891 bis 1911

Döffingen, Neuhengstett, Neuhausen, Merklingen (mit 2 Chören), Weil der Stadt und Monakam treten dem Sängerbund bei.

1895

In den Statuten wird das Preissingen aufgenommen, bei dem die einzelnen Chöre sich einer Jury stellen müssen. Wegen vermeintlicher Ungerechtigkeit bei der Bewertung Ihrer Sangeskunst und der damit verbundenen Preisverleihung treten nach und nach einzelne Chöre wieder aus dem Sängerbund aus.

1915 bis 1920

Während der Zeit des 1. Weltkrieges und in den Jahren danach ruhen die Vereinstätigkeiten.

1921

Am 17. Juli 1921 findet das erste Bundesfest in Simmozheim statt. Münklingen tritt dem Sängerbund bei.

1924

Heimsheim tritt dem Sängerbund bei.

1929

Der Schwäbische Sängerbund nimmt nach einjährigen, zähen Verhandlungen den Sängerbund als 26. selbstständiges Mitglied in seinen Reihen auf. Der Name muss auf die Kurzform Westgau“ abgeändert werden. Der „Eisenbahnsingchor“ aus Calw tritt dem Westgau bei.

1934

Im Zuge der sogenannten „Gleichschaltung“ wird der Westgau im Dritten Reich dem Kniebis-Nagold-Gau einverleibt. Demzufolge gibt es bis 1950 keine weiteren Aktivitäten im Westgau.

1950

Im Zuge der Wiedergutmachung politischer Willkürakte erfolgt im Oktober unter der Vorstandschaft von Bürgermeister Robert Gaiser aus Simmozheim die Neugründung des Westgaus und der Neuantrag auf Wiederaufnahme in den Schwäbischen Sängerbund.

1953

Der Westgau wird nach harten Verhandlungen erneut in den SSB aufgenommen. Unter dem ersten Vorsitzenden Robert Gaiser erhöht sich die Anzahl der Mitgliedsvereine von 13 auf 19.

Ab 1965

Einzelne Vereine gründen Kinder- und Jugendchöre. In den 70iger Jahren werden seitens des Gaus diese Aktivitäten im Jungendbereich ausgebaut. Die musikalische Betreuung liegt in den Händen von Hartmut Benzing. Günther Maus wird der erste Gaujugendreferent und unterstützt die Vereine bei der Gründung und Betreuung von Kinder- und Jugendchören; erste gemeinsame Chorauftritte werden organisiert und durchgeführt. Für die jungen Sängerinnen und Sänger werden Chorfreizeiten und -schulungen durchgeführt.

Ab 1973

Zunehmendes Interesse finden Erwachsenenschulungen mit hochkarätigen Referenten auf der Sonnenmatte bei Erpfingen, wobei viel gesungen, gelernt und auch gelacht wird. Die Initiatoren sind Hans Öfinger, Hartmut Benzing und vor allem Gerhard Schanz.

Ab 1978

Der bisherige zweite Gauvorsitzende, Bürgermeister Gerhard Schanz aus Althengstett, übernimmt von Bürgermeister Adolf Kull aus Stammheim das Amt des ersten Gauvorsitzenden. Zusammen mit Hans Öfinger und Hartmut Benzing wird der Gaufamilienabend „erfunden“; Chorfeiern werden initiiert sowie die Chorleiter- und Sängerschulungen weiter ausgebaut. Des weiteren erfolgen regelmäßig Sitzungen mit den Vereinsvorständen. In loser Folge proben Sängerinnen und Sänger in einem Gauchor für diverse Auftritte.

1984

Vom 25. bis 27. Mai 1984 wird in Gechingen das 100jährige Bestehen des Westgaus gefeiert. Das Jubiläumsprogramm umfasst ein Chorkonzert mit den acht Gründungsvereinen, einen Chronikabend am Samstag und am Sonntag einen Festgottesdienst mit Chören sowie anschließend eine Matinée mit der Westgau-Jugend.

1990

Der Liederkranz Concordia Calw tritt dem Westgau bei. Beim Gautag am 25. März 1990 erfolgt die Änderung des Gaunamens in Hermann-Hesse-Gau.

1992

Weitere elf Vereine des unteren Bezirks des Kniebis-Nagold-Gaus kommen zum Hermann-Hesse-Gau.

1996

In diesem Jahr wurde der erste Chortag des Hermann-Hesse-Gaus in Stammheim durchgeführt, dem jährlich weitere folgen.

1999

Die Aurelius-Sängerknaben aus Calw treten dem Hermann-Hesse-Gau bei.

2005

Gerhard Schanz wird nach 27 Jahren als erster Vorsitzender nach vorangegangenen 20 Jahren als zweiter Vorsitzender von Dieter Haag abgelöst.

2007

Die Christophorus-Kantorei Altensteig tritt dem Hermann-Hesse-Gau bei.

2008

Beim Gautag am 6. April 2008 erfolgt die Namensänderung in Hermann-Hesse-Chorverband.

2009

Am 31. Oktober und 1. November 2009 feiert der Hermann-Hesse-Chorverband sein 125jähriges Bestehen wieder im Gründungsort Gechingen. Einem Festakt mit viel Chormusik aus den Vereinen am Samstagabend folgt am Sonntagmorgen ein Festgottesdienst mit anschließender Matinée der Kinder- und Jugendchöre des Chorverbands.

 

 

 

Hans Öfinger, der zusammen mit seiner Frau Gerda über 30 Jahre Chorleiter und Dirigent des Liederkranzes Althengstett war und sich in in dieser Zeit und auch noch danach in mannigfaltiger Weise im Gau eingebrachte, verfasste zum 100jährigen Jubiläum des Sängergaus im Jahr 1984 den folgenden Presseartikel (siehe Fußnote), den wir Ihnen wegen seiner lebendigen Sprache nicht vorenthalten möchten:

Der Sängergau, der Calw umzingelt hat

Wer den Auftrag übernimmt, ein paar Seiten über den Westgau zu schreiben, befasst sich mit einem Gegenstand, der eigentlich gar nicht existieren dürfte; denn nach der Auffassung des Schwäbischen Sängerbundes ist und war dieser Sängergau viel zu klein, um die ihm zugedachten Aufgaben erfüllen zu können. Was sollte man aber sagen, wenn ein Kind, dem man seit eh und je alle Lebensfähigkeit absprach, schließlich doch seinen hundertsten Geburtstag feiert?

Dieses lebensunfähige Kind, das dennoch ein Jahrhundert lang gelebt hat, ist der Westgau. Im Mai 1984 zelebrierte er sein hundertjähriges Bestehen mit soviel Wirbel und Würde, wie es seinem ungebrochenen Selbstwertgefühl entspricht.

Woher nimmt man das Recht und das Maß, das eine Gefüge für zu groß, das andere für zu klein zu halten? Vor hundert Jahren waren es genau acht Vereine (Gechingen, Aidlingen, Dachtel, Deckenpfronn, Deufringen, Gültlingen, Ostelsheim und Stammheim), die dem Ruf des damaligen Gechinger Bürgermeisters folgten und in der Krone zu Gechingen einen Sängerbund gründeten. Diesen acht Gründern, zu denen im Gründungsjahr noch die Vereine aus Althengstett, Simmozheim und Möttlingen stießen, war der Bund groß genug. Die durchweg ländlichen, in ihrer Struktur vergleichbaren Vereine bildeten eine überschaubare Einheit, in der jeder jeden kannte und in der jeder alle Jahrzehnte einmal mit der Ausrichtung eines Sängerfestes an der Reihe war. So hielt man denn auch in den Statuten fest, dass der Sängerbund selbst bei nur drei etwa noch verbleibenden Vereinen noch nicht aufzulösen wäre. In die Nähe dieses Minimums freilich kam man nie. Im Gegenteil: Der Westgau wuchs und besteht heute aus den 18 (das war 1984, im Jahr 2003 sind es 23; d. Red.) Vereinen Altburg, Althengstett, Beinberg, Dachtel, Gechingen, Hirsau, Holzbronn, Merklingen, Monakam, Möttlingen, Münklingen, Oberkollbach, Ostelsheim, Ottenbronn, Simmozheim, Stammheim, Unterhaugstett und Unterreichenbach. Ehemalige Mitglieder sind Döffingen, Neuhausen, Weil der Stadt, Heimsheim, Calw mit dem Eisenbahnsingchor und die Gründervereine Aidlingen, Deckenpfronn, Deufringen und Gültlingen. Die einstigen Westgauchöre in Bad Liebenzell und Neuhengstett existieren nicht mehr. Mit der Namensfindung dieses Sängerbundes hatte man es nicht leicht. Von jeher ist es üblich gewesen, sich den Namen der Landschaft zu geben, zu der die Mitglieder geographisch zählten; oder aber den wohlklingenden Namen einer Persönlichkeit aus dem Gebiet des Sängerbundes anzunehmen. Nun bestand dieser Bund zwar aus lauter Gäudörfern - man konnte aber den Namen „Gäu“ nicht alleine beanspruchen und gab sich deshalb den logisch nicht ganz einwandfreien Namen „Westlicher Gäusängerbund“. Es störte niemand, dass man kein „westlicher Bund“ sein kann, sondern ein Bund im westlichen Teil des Gäus.

In diesem Bund im westlichen Gäu ging es zunächst sehr friedlich zu. Man feierte jährlich seine Sängerfeste, durch die nur das Wetter einen Strich machen konnte, sang einzeln und gemeinsam (Kür und Pflicht), hörte sich Reden an, die das „Deutsche Lied“ verherrlichten, aß und trank und war vaterländisch gesinnt. Dramatische Spannung kam in die Feste erst, als im zweiten Durchgang das Wettsingen eingeführt wurde. Hier zeigte sich bald, dass es Sänger noch weniger als Fußballspieler ertragen können, nicht als Sieger die Arena zu verlassen. Kunst lässt sich eben nicht so leicht messen; und hatte man sich selber höher eingeschätzt als die Kampfrichter, so machte man seinem Unmut Luft und manche der Unterbewerteten haben dem Sängerbund den Rücken gekehrt. Eine kleine Revolution hat anno 1909 das „Einschleusen“ eines badischen Preisrichters beim Neuhengstetter Liederfest ausgelöst. Wie kann ein Preisrichter mit „badischer Nationalität“ (Protokoll) ein schwäbisches Lied beurteilen!!

Die hochexplosive Spannung ließ erst nach, als das Kritiksingen das Preissingen ablöste. Aber eine andere Spannung blieb bestehen: die Spannung im Verhältnis der Gauvereine zu ihrer direkt vor der Haustüre liegenden Kreisstadt im Nagoldtal. Zu keiner Zeit hat es an Versuchen gefehlt, die Sängergaugrenzen mit den Kreisgrenzen zu synchronisieren. Die meisten Vorstöße gingen von Calw aus. Wer die Westgaugrenzen studiert, hat dafür Verständnis. Der Westgau hat das Calwer Stadtgebiet nicht nur systematisch umzingelt, sondern besitzt sogar in den Calwer Stadtteilen Altburg, Hirsau, Holzbronn und Stammheim feste Gaubastionen.

Das Protokoll berichtet, dass anno 1897 im Nagoldtal der Plan gereift war, einen „Nagold-Gäu-Sängerbund“ zu gründen. Zur Abrundung dieses Gebietes warb man um Althengstett und Stammheim. Die Angesprochenen aber hielten zu ihrem Bund. Folgerichtig versuchte man nun, den ganzen Bund zu gewinnen und nannte keine andere Bedingung als eine Namensänderung; aber die Landvereine des westlichen Gäus befürchten wohl den Verlust ihrer Souveränität und wehrten sich gegen den „Nagold-Gäu-Sängerbund“. Die Antwort an die Calwer verriet nicht allzu viel Zartgefühl: „Wenn die Concordia zu uns kommen will, soll sie das in den Statuten vorgesehene Eintrittsgeld von 15 Mark bezahlen und kann dann, wenn alle Gauvereine einverstanden sind, von uns aufgenommen werden“. Wen wundert's, dass die Calwer nicht kamen. Tatsächlich wurde nicht jeder, der eintrittswillig war, auch aufgenommen. Anno 1910 wurden die Aufnahmegesuche zweier renommierter Vereine aus dem Gäu einstimmig abgelehnt, weil die Kandidaten „echte Zugvögel“ seien, die ohnedies nur solange im Bund bleiben würden, bis „sie sich mit Preisen herausgefüttert“ hätten. Solche Konkurrenten waren gefürchtet.

Was den Calwern anno 1897 nicht gelungen war, versuchten die Weilderstädter anno 1920 - taktisch zwar klüger, aber ebenso ergebnislos. Sie traten dem „Westlichen Gäusängerbund“ bei und agierten von innen her zunächst zugunsten eines „Würm- und Nagoldgaues“. Später (1925) muss es wohl das Ziel gegeben haben, „den Westlichen Gäusängerbund zu einem Kepplergau umzufunktionieren mit Weil der Stadt an der Spitze“. Die Sänger vom westlichen Gäu aber witterten die „Heimtücke“ (Protokoll) und beschlossen, Weil der Stadt für immer aus dem Bund auszuschließen. Befriedigt bemerkt das Protokoll: „Jetzt ist es wieder ein Gau; seither war es nur eine Revolution!“

Anno 1928 wollte der Westliche Gäusängerbund in den Schwäbischen Sängerbund aufgenommen werden. Mit der Empfehlung von dort, sich zuerst mit dem Nagoldgau zusammenzuschließen, gab man sich im Gäu nicht zufrieden. Der traditionelle Widerstand der Gäusänger brachte den SSB zum Nachgeben. Mit dem neuen unglücklich gewählten Kurznahmen „Westgau“ wurde man ein Jahr später das 26. selbständige Mitglied des Schwäbischen Sängerbundes. Im selben Jahr gelang dem Westgau ein Griff mitten ins Calwer Stadtgebiet hinein. Dort hatte sich ein Arbeitergesangverein, der „Eisenbahnsingchor“ gebildet und wurde Westgaumitglied.

Lange hat das neue Glück des frischgebackenen SSB-Mitgliedes nicht gedauert. Das Dritte Reich hatte kein Verständnis für zu klein geratene Individualisten, erfand den Begriff der Gleichschaltung und machte den Westgau zu einem Teil des neuen „Kniebis-Nagold-Gaues“. Hier waren die Westgauwiderstandskräfte machtlos. Man wartete, bis der Sturm vorüber war, um sich dann - anno 1951 - auf die Tradition und den in Mode gekommenen Begriff der Wiedergutmachung politischer Willkürakte zu berufen und den Westgau neu zu gründen. Die Beleidigungen aus Calw, ein „Wildwestgau“ zu sein, wurden in Kauf genommen und ein zweites Mal um die Aufnahme in den Schwäbischen Sängerbund gekämpft. Dies gelang nach den schon einmal durchgestandenen Prozeduren anno 1953 auch ein zweites Mal, nachdem man versprochen hatte, sich einen anderen Namen zu geben und sich zu vergrößern. Der neue gutgeheißene Name „Würm-Nagold-Gau“ scheiterte aber am Veto der Calwer, die die Nagold schon für ihren Gaunamen gepachtet hatten.

Heute gibt es - vor allem bei der Westgauführung - wieder Bestrebungen, Grenzen und Namen des Westgaus zu reformieren. Die Calwer erinnern sich aber wohl an ihre schlechten Erfahrungen und zeigen sich mehr als zurückhaltend. Der Westgauvorsitzende Gerhard Schanz, der seine Funktion 1978 von Adolf Kull übernommen hat, wird aber am Ball bleiben.

Heute ist man sich im Westgau darüber im Klaren, dass man die fehlende Masse durch Beweglichkeit auszugleichen hat. Dies geschah in den Sechzigerjahren vor allem dadurch, dass man den Vorteil der begrenzten Zahl wahrnahm und den ganzen singenden Gau auf eine Bühne brachte, um gemeinsam mit einem Streichorchester eindrucksvolle Chorfeiern zu gestalten.

Dann wurde der „Gaufamilienabend“ erfunden, an dem der ganze Gau beteiligt war. Jeder Verein trug das Seine dazu bei. Die Zusammengehörigkeit war konkret erlebbar, so wie es vor hundert Jahren mit den ersten Bundessängerfeten im Westlichen Gäusängerbund war.

Kinder- und Jugendchöre wurden gegründet und vom Gaujugendreferenten betreut. In ihnen singen heute 24,7 % aller im Gau aktiven Sängerinnen und Sänger. Schulungen und Singfreizeiten werden angeboten.

Zu einer westgautypischen Einrichtung machte man dreitägige Sängerschulungen auf der Sonnenmatte bei Erpfingen. Seither gelang es, für diese Schulungen jährlich neue ansprechende Themen und auch die richtigen Referenten zu finden, wobei man erkannt hat, dass die Probleme heutiger Chöre nicht nur von Chorspezialisten und Musikern gelöst werden, sondern dass Vertreter anderer Wissensgebiete bisweilen sogar besser weiterhelfen können.

So wurde der Westgau ein lebendes Beispiel dafür, dass es nicht die großen Einheiten sind, die am sichersten die Stürme unserer Zeit überdauern; und dass es letzten Endes nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität ankommt. (Ende des Artikels)

 

Soweit die geschichtliche Abhandlung des Gaus durch Hans Öfinger - die ersten 100 Jahre waren geschafft.

Im Jahr 1990 wurden dann endlich Calwer Chöre mit der Aufnahme der "Chorvereinigung Liederkranz Concordia Calw" in den Westgau integriert. Zu Ehren des wohl berühmtesten Bürgers der Stadt Calw, Hermann Hesse, wurde der "Westgau" in "Hermann-Hesse-Gau" umbenannt.

Während des Gautags 2009 stimmte die Mehrheit der wahlberechtigten Anwesenden dafür, den "Hermann-Hesse-Gau" in "Hermann-Hesse-Chorverband" umzubenennen. Dadurch soll nach außen hin deutlicher gemacht werden, dass es sich um eine Vereinigung von Chören handelt.

 

*) hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Gerda Öfinger

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Stand: 30.04.19